Welchen Druck sollte ich in meinen Reifen halten und wo finde ich eine Reifenfülltabelle?
Wo finde ich den richtigen Reifendruck für mein Fahrzeug?
Der korrekte Reifendruck wird vom Fahrzeughersteller angegeben – entweder im Fahrzeughandbuch oder auf den Webseiten des Herstellers. Die richtigen Druckwerte finden Sie außerdem auf einem Aufkleber, der direkt an der Karosserie des Autos angebracht ist, meist an folgenden Stellen:
- an der Türsäule auf der Fahrerseite
- an der Innenseite des Tankdeckels
- im Bereich des Sicherungskastens oder im Motorraum
Bei den meisten Pkw liegt der Reifendruck unter normalen Fahrbedingungen bei etwa 2,3 bar.
Wie oft sollte man den Reifendruck kontrollieren?
Wir empfehlen, den Reifendruck einmal im Monat zu messen – idealerweise vor Fahrtantritt bei kalten Reifen oder nach einer nur kurzen Strecke. Sind die Reifen bereits warmgefahren, ist der gemessene Wert verfälscht. Nach einer längeren Fahrt sollten Sie mindestens 20 Minuten warten, bevor Sie den Reifendruck überprüfen.
Falls Sie zu Hause keinen tragbaren Kompressor haben, ist das kein Problem – die meisten Tankstellen bieten einen Kompressor mit integriertem Manometer an, mit dem Sie den Reifendruck nicht nur kontrollieren, sondern die Reifen auch direkt auf den richtigen Wert aufpumpen können.
Messen Sie daher beim nächsten Tankstopp gleich auch den Reifendruck und machen Sie dies zur Gewohnheit. Der richtige Reifendruck hilft, die Reifen in gutem Zustand zu halten und reduziert das Risiko von Beschädigungen oder Reifenpannen.
Um wie viel darf ich die Reifen überfüllen?
Pumpen Sie die Reifen immer auf den vom Fahrzeughersteller empfohlenen Druck auf, den Sie entweder im Handbuch oder auf dem Aufkleber an der Karosserie finden (meist an der Türsäule auf der Fahrerseite). Überschreiten Sie diesen Wert nicht deutlich, da ein zu hoher Reifendruck den Fahrkomfort verschlechtert, die Haftung reduziert und den Reifenverschleiß beschleunigt.
Bei normalen Pkw liegt der empfohlene Reifendruck in der Regel zwischen 2,0 und 2,5 bar (30–36 PSI). In bestimmten Situationen, z. B. bei voll beladenem Fahrzeug oder auf längeren Fahrten, kann der Druck leicht um 0,1–0,3 bar erhöht werden – jedoch nur entsprechend den Herstellerangaben.
Auf der Reifenflanke ist häufig der maximal zulässige Druck angegeben, den der Reifen technisch aushält. Dieser Wert ist kein empfohlener Betriebsdruck für Ihr Fahrzeug, sondern lediglich eine technische Obergrenze. Den richtigen Reifendruck für den Alltag sollten Sie daher immer im Handbuch oder auf dem Aufkleber am Fahrzeug nachschlagen – nicht auf der Reifenflanke.

Wie beeinflussen Beladung oder Geschwindigkeit den Reifendruck?
Der Reifendruck kann sich je nach Beladung, Geschwindigkeit und Temperatur verändern:
- Voll beladenes Fahrzeug – Die Reifen tragen mehr Gewicht, daher wird oft empfohlen, den Reifendruck leicht zu erhöhen (um 0,1–0,3 bar), damit der Reifen seine Form behält und sicher bleibt.
- Höhere Geschwindigkeit / Autobahnfahrt – Bei schneller Fahrt erwärmen sich die Reifen, die Luft dehnt sich aus und der Druck steigt. Deshalb sollte der Reifendruck immer bei kalten Reifen gemessen werden, da der Wert sonst zu hoch ausfällt.
- Außentemperatur – Bei kaltem Wetter sinkt der Reifendruck, bei Hitze steigt er. Starke Wetterumschwünge können den Druck um mehrere Hundertstel bar verändern, weshalb häufigere Kontrollen sinnvoll sind.
Kurz gesagt: Kontrollieren Sie den Reifendruck regelmäßig, idealerweise bei kalten Reifen, und prüfen Sie bei hoher Beladung oder langen Fahrten die empfohlenen Werte für ein „voll beladenes Fahrzeug“ im Handbuch oder auf dem Aufkleber am Auto.
Stickstoff oder Luft in den Reifen?
Reifen können entweder mit normaler Druckluft aus dem Kompressor oder mit reinem Stickstoff befüllt werden. Luft ist leicht verfügbar, kostengünstig und enthält Sauerstoff, der bei langfristiger Nutzung zu leichten Druckschwankungen aufgrund von Temperaturänderungen führen kann. Stickstoff wird hauptsächlich bei Renn- und Nutzfahrzeugen verwendet, da er temperaturstabiler ist, sich weniger ausdehnt und langsamer aus dem Reifen entweicht.
Für den normalen Pkw-Fahrer ist der Unterschied jedoch sehr gering, sodass das Befüllen mit normaler Luft von der Tankstelle vollkommen ausreichend ist. Wichtiger als das Füllmedium ist das regelmäßige Messen und Einhalten des empfohlenen Reifendrucks.
Überfüllte und unterfüllte Reifen – welche Risiken bestehen?
Das Fahren mit über- oder unterfüllten Reifen ist nicht nur unkomfortabel, sondern auch deutlich gefährlicher. Ein falscher Reifendruck beeinträchtigt die Haftung, die Fahrzeugkontrolle und den Bremsweg und führt zudem zu schnellerem und ungleichmäßigem Reifenverschleiß.
- Unterfüllte Reifen verlieren aufgrund der stärkeren Belastung der Seitenwände und der ungleichmäßigen Profilbelastung an Haftung. Dadurch verringert sich die Kontaktfläche zur Fahrbahn, und das Fahrzeug wird deutlich schlechter kontrollierbar. Unterfüllte Reifen an der Vorderachse verursachen Untersteuern, während unterfüllte Reifen an der Hinterachse Übersteuern hervorrufen können.
- Überfüllte Reifen verformen sich in die entgegengesetzte Richtung. Der mittlere Bereich der Lauffläche wird durch den Luftdruck nach außen gedrückt, wodurch die äußeren Profilbereiche den Kontakt zur Fahrbahn verlieren. Die Aufstandsfläche wird kleiner, was insbesondere auf nasser oder glatter Fahrbahn zu geringerer Haftung führt. Der Fahrkomfort nimmt ab, der Bremsweg verlängert sich und der mittlere Bereich des Profils nutzt sich übermäßig schnell ab.

Sollte man im Winter den Reifendruck erhöhen?
Frostige Temperaturen wirken sich direkt auf die Reifen aus. Mit sinkender Temperatur sinkt auch der Luftdruck in den Reifen. Kontrollieren Sie den Reifendruck Ihrer Reifen mindestens einmal im Monat und pumpen Sie bei Bedarf nach.
Beim Aufpumpen von Winterreifen ist die Temperatur besonders zu beachten. Wenn Sie die Reifen in einer Garage mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt (z. B. 18 °C) aufpumpen, während die Außentemperatur unter null liegt (z. B. −2 °C, also ein Unterschied von 20 °C zwischen Innen- und Außentemperatur), empfehlen wir, zum vom Hersteller angegebenen Reifendruck 0,2 bar hinzuzufügen. Wenn Sie den Reifendruck im Freien anpassen (z. B. an der Tankstelle), halten Sie sich an die vom Hersteller empfohlenen Werte.
Lesen Sie auch, wie sich der Reifendruck bei Sommer- und Winterreifen unterscheidet.
Andere Artikel in der Aktuelles